Aus: Der Nordschleswiger

Die Apenrader Geburtshelfer sind weltweit tätig

04.12.2014 | 13:20 |

Gwyn Nissen

Mayday Invest A/S bringt mit einem einzigartigen Hilfspaket neue Unternehmen zur Welt / In Singapur gegründete Tochtergesellschaft befasst sich mit dem Telegeschäft

Die Führungsspitze von Mayday Invest: Vorstandsvorsitzender Steen Folmer Pedersen und CEO Carsten Normann Ulrik Pedersen.

Apenrade/Aabenraa – Das Apenrader Investitionsunternehmen Mayday Invest A/S hat seine Werte im Laufe des letzten Jahres erheblich gesteigert. Das Unternehmen hat 2013/14 einen Überschuss von 316.000 Kronen erwirtschaftet, „aber für uns zählen vor allem die Werte, die in unseren Tochtergesellschaften erreicht worden sind“, sagt Steen Folmer Pedersen, Gründer und Vorsitzender von Mayday Invest – und die seien jetzt auf 85 Millionen Kronen gestiegen.

Mayday Invest ist Geburtshelfer für neu gestartete Unternehmen.  „Dabei investieren wir nicht nur Geld, sondern tun uns gerne mit anderen Investoren zusammen, stellen sowohl unsere eigenen Experten zur Verfügung als auch unsere ganze Administration mit Buchhaltung und was dazugehört. Dadurch können sich unsere Geschäftspartner voll und ganz darauf konzentrieren, ihr Unternehmen zu entwickeln. Das ist ein einzigartiges Paket, das wir schnüren“, sagt Steen F. Pedersen.

Dabei wird nicht nur nordschleswigschen Firmen geholfen, Mayday Invest ist in ganz Dänemark tätig.  „Wir möchten auch gerne grenzüberschreitend in der deutsch-dänischen Region tätig sein“, sagt der Mayday-Vorsitzende.

In Nordschleswig kennen viele bereits M-Sport, die Agentur der Sportkleidungsmarke Mitre, die unter anderem durch Hobro und FC Vestsjælland in der Fußball-Superliga vertreten ist.

„Vor fünf, sechs Jahren haben wir in alles Mögliche investiert und haben dadurch 20 verschiedene Firmen unterstützt, aber heute engagieren wir uns vor allem in Unternehmen, die ein internationales Potenzial haben“, sagt Steen F. Pedersen über die neue Strategie der Apenrader Geburtshelfer.

Infokasten: Mayday Invest A/S

Mayday Invest hat seinen Sitz in Apenrade und Hadersleben. Von den 40 Mitarbeitern in dem Investitionsunternehmen arbeiten jedoch auch 15 Mitarbeiter in Singapur.

Acht Personen – vornehmlich aus Nordschleswig – sind Partner und gleichzeitig leitende Mitarbeiter in Mayday Invest. Von denen haben sechs zusammen in der früheren Fleggaard-Gesellschaft Dangaard Telecom gearbeitet. Darüber hinaus gibt es drei weitere Partner/Investoren, darunter Peter Fleggaard, Randershof.

„Viele unserer Partner sind gestandene Geschäftsleute, die etwas auf der hohen Kante haben, früher ein eigenes Geschäft aufgebaut haben und viel Erfahrung mitbringen. Das ist für unser Geschäft sehr gut, aber wir brauchen auch jüngere Leute und sind derzeit auf der Suche nach jungen Partnern, die Erfahrungen und Wissen aus dem IT-Bereich mitbringen“, erklärt Steen Folmer Pedersen.

Er ist heute Vorstandsvorsitzender, während Carsten Normann als CEO den täglichen  Betrieb im Unternehmen leitet.

Mayday Frühwarnsysteme, Einweg-Verpackung  und die moderne Pizzabox

Mit einer der Firmen – Warning Systems Aps – entwickelt Maydays Tochtergesellschaft Imakers A/S  gerade eine Kommunikationseinheit für Rettungsfahrzeuge, die durch die Erfindung eines Dänen direkten Kontakt mit in nächster Nähe  fahrenden Verkehrsteilnehmern aufnehmen kann.

Der Fahrer eines Autos könnte dann zum Beispiel in seinem Radio den Bescheid bekommen: 800 Meter hinter dir nähert sich ein Rettungsfahrzeug – mach bitte Platz für das Rettungsfahrzeug.

„In den letzten drei Jahren haben wir 4-5 Millionen Kronen in die Firma investiert und auch ein staatlicher Investitionsfonds nimmt am Projekt teil, weil man darin Potenzial sieht“, erklärt Steen Folmer Pedersen, von Mayday Invest A/S.

Mit einem Unternehmen hat Maydays Tochter Imakers ein ganz neues Produkt entwickelt, das in wenigen Wochen auf den Markt kommt: eine Einweg-Butter/Messer-Kombination, die auch für Marmelade-, Schmierkäse- oder Nussnougatcreme-Produzenten attraktiv ist.

„In einer solchen Entwicklung steckt viel Arbeit – und Geld. Jetzt sind wir aber so weit“, erklärt Pedersen.

Mit einem anderen Verpackungsunternehmen in Herning geht es auch um die Entwicklung einer neuartigen Pizzabox, die nicht aus Pappe ist, sondern aus Folie. Die Pizza bleibt länger warm  und das Material ist leichter zu entsorgen.

Große Erwartungen in Singapur

Apenrade/Singapur – Mayday Invest hat seit Neuestem auch eine Tochtergesellschaft in Singapur, die Interfone Asia Pte Ltd. Hier sind die Erwartungen der Apenrader besonders groß.

Steen Folmer Pedersen und sechs der anderen Partner in Mayday Invest haben eine Vorgeschichte in der früheren Fleggaard-Gesellschaft Dangaard Telecom, die vor einigen Jahren an die amerikanische Gesellschaft Brightpoint verkauft wurde. Aufgrund verschiedener Wettbewerbsklauseln hat er sich nicht mit dem Telegeschäft befassen dürfen – aber die Klauseln sind jetzt ausgelaufen.

Interfone Asia Pte Ltd hat innerhalb kürzester Zeit einen Wert in Höhe von 50 Millionen Kronen erreicht – und das Unternehmen wird ständig wertvoller für die Apenrader und ihre Partner.

Günstig telefonieren mit dänischer Erfindung

Anfangs ging es noch darum, im europäischen Grenzland billige Telefonate im Nachbarland anzubieten, doch die EU hat die sogenannten Roamingabgaben bei Auslandsgesprächen per Gesetz reduziert und damit auch die Geschäftsmöglichkeiten von Mayday. Daher ist Interfone nach Asien gezogen und zwar ins Geschäftszentrum von Singapur. Durch die patentierte Erfindung eines Dänen können Geschäftsreisende (und andere natürlich auch) bis zu 90 Prozent ihrer Telefongebühren sparen, indem sie einen hauchdünnen Chip auf ihre Sim-Karte kleben. Der Chip dirigiert dann Gespräche durch Interfones Systeme – ohne dass dabei teure Roaminggebühren entstehen und ohne dass man eine WiFi-Verbindung benötigt oder eine App aktivieren muss.

„Man ruft wie bisher einfach ganz normal an – danach übernimmt unsere Technik das Weitere“, erklärt Steen Folmer Pedersen.

Die dänische Erfindung wird derzeit in großen Firmen von Geschäftsleuten getestet und die Apenrader sind außerdem mit internationalen Telekomunternehmen in Verbindung.

„Wenn es so weitergeht, wie wir denken, dann wird Interfone im Laufe von wenigen Jahren einen dreistelligen Millionenwert erreichen“, sagt Steen F. Pedersen.


Seite drucken