Aus: Der Nordschleswiger

Kinder wieder für Handball begeistern

20.11.2014 | 14:25 |

Ruth Nielsen

Sportvereine und SønderjyskE wollen die „Kurve knacken“: 500 Zweit- und Drittklässler wurden mit dem Street-Handball vertraut gemacht

Bekannte Spieler von SønderjyskE waren Schiedsrichter beim Street-Handball für Schüler der Zweit- und Drittklässler kommunaler Sonderburger Schulen. Fotos: Karin Riggelsen

Sonderburg/Sønderborg.  „Knack die Kurve“ heißt ein Projekt, das auf der Idee  von Morten Henriksen, Trainer der Handballherren von SønderjyskE, basiert: über den „Street-Handball“ Kinder für den Handball zu begeistern, sodass er nach Jahren die Ernte einfahren kann, nämlich einheimische Spieler für SønderjyskE  zu bekommen. 

Seine Idee fand Anklang bei Sportvereinen in der  Kommune Sonderburg und in der Sporthalle „Skansen“  ihre Premiere:   Spieler von SønderjyskE waren Schiedsrichter beim Street-Handball, das eigene Regeln hat: Es gibt zwei Mannschaften á vier Spieler auf dem Feld mit nur einem Tor, wobei der Torwart wechseln und aktiv mitspielen kann. Nach jedem Tor ist die andere Mannschaft dran. 

An die 500 Zweit- und Drittklässler kommunaler Schulen machten begeistert mit. Sie konnten, wenn sie denn Fans waren,  entweder mit ihrem Idol auf Tuchfühlung gehen oder sich von einem Profi  ein Autogramm sichern.  

Während die Hälfte der Kinder sich im Handball versuchten,  gab es in der gegenüberliegenden Düppeler Halle verschiedene Ballaktivitäten.   Da wurde das Tempo des Balls  getestet, die Kinder  konnten auf eine Torwand werfen,  auf einer Bahn ihre motorischen Fähigkeiten testen oder bei einer Stafette mitmachen. Betreut wurden sie von Freiwilligen  der Vereine.

Die Klubs merken, dass Kinder „kaum noch Interesse am Mannschaftssport haben, sie wählen eher individuelle Sportarten“, erklärt dazu Handballtrainer Kjeld Saugstrup vom Düppeler Sportverein (DUI). Bei seinem Verein steht es derzeit schlecht um die Mädchenmannschaft U10. Die Folgen spüren dann ältere Jahrgänge.

Helle Jessen von Vidar Ulkebüll  kann sich momentan über volle Mannschaften der Altersgruppe U6 und U8 freuen, doch „es werden weniger Kinder geboren. Die Konkurrenz zu anderen Sportarten ist groß.  Auch wenn SønderjyskE eine einheimische Mannschaft ist, die hier in Skansen trainiert, sind sie kaum im Fernsehen so wie Kolding. Und wenn dann Eltern wenig Interesse haben, ist es schwierig, Kinder für Handball zu gewinnen“, meinte Helle Jessen.

Sie freute sich darüber,  dass die Kommune die Aktion mit kostenlosem Bustransport unterstützt,  das Skansen-Café Obst und Getränke spendiert hat und Firmen einen Handball pro Klasse und für alle Kinder eine Trinkflasche gegeben haben. Helle war daher zuversichtlich,  dass dies Angebot wiederholt wird.  Die abgekämpften, aber glücklichen Gesichter der Kinder machten ihr Hoffnung.


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