Aus: Flensborg Avis

Südschleswigs dänischer Propst bedauert die Abstimmungsniederlage für Gott in der Landesverfassung

16.10.2014 | 14:48 |

Raning Krueger

Verfassung: Propst Viggo Jacobsen bezeichnet es als nahezu „unheimlich“, dass sich Politiker davor scheuen, in der Verfassung auf christliche Überlieferungen zu verweisen.

Viggo Jacobsen zeigt sich enttäuscht darüber, dass zwei von drei Vorschlägen im Landtag nicht die notwendige Mehrheit fanden. Foto: Martina Metzger

Flensburg: Der dänische Propst in Südschleswig, Viggo Jacobsen, hat die Diskussion der vergangenen Monate im Landtag genau verfolgt. Darin ging es um die Frage, inwieweit Gott und die Religion  in der neuen Landesverfassung Erwähnung finden sollten.

Der Propst hatte es im Rahmen der öffentlichen Diskussion im Vorfeld wiederholt nicht nur als wünschenswert, sondern nachgerade als „Notwendigkeit“ bezeichnet, dass in der Landesverfassung auf christliche Überlieferungen verwiesen wird: Bilde doch das Christentum zugleich unser humanistisches und kulturelles Fundament, wie er unterstrich.

Umso enttäuschter reagiert Viggo Jacobsen angesichts des Umstandes, dass es für zwei von drei Vorschlägen, wonach Gott in der Präambel der Landesverfassung erwähnt werden soll, keine politische Mehrheit gibt. Somit wurde der Vorschlag, dass die Volksvertreter im Landtag laut Verfassung unter anderem in Übereinstimmung „mit ihrer Verantwortung gegenüber Gott und den Menschen“ agieren sollen, mehrheitlich verworfen.

„Es ist schon unheimlich, dass man nicht bereit ist, sich zu dem zu bekennen, worauf unsere Kultur und unser Menschenbild fußt. Ich betrachte es mit Sorge, dass man sich in zunehmendem Maße von den Wurzeln und Werten unserer Gesellschaft distanziert, die Teil der alten christlichen Überlieferungen sind“, so der dänische Propst Südschleswigs in einem Kommentar gegenüber der Zeitung. Ansonsten aber begrüße er die Diskussion in Verbindung mit der Änderung der Landesverfassung: „Je weniger Menschen etwas über diese Überlieferungen und das Fundament unserer Gesellschaft wissen, umso notwendiger ist es, daran bei allen sich bietenden Gelegenheiten zu erinnern“, sagt Viggo Jacobsen.

Er hätte seinerseits durchaus mit einem Kompromiss dergestalt leben können, dass sich die Politiker auf eine Erwähnung „des religiösen, kulturellen und humanistischen Erbes“ verständigt hätten.

„Humanismus und Kultur sowie das Menschenbild in unserer Gesellschaft sind ohne das Christentum undenkbar, das wiederum das Fundament für andere Werte ist“, wie Propst Viggo Jacobsen ergänzend hinzufügt.


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