Aus: Der Nordschleswiger

Eine Tasse „Matlok“ gefällig...?

20.09.2014 | 09:19 |

Marlies Wiedenhaupt

„Carstensens Tehandel“ hat sein Sortiment um einen neuen Sommertee erweitert – und diesen nach Siegfried Matlok benannt

Der ehemalige Chefredakteur und neu ernannte „Botschafter“ Schleswigs: Siegfried Matlok. Fotos: Marlies Wiedenhaupt

Wer in den „Carstensens Tehandel“ in Apenrade geht und nach einem leichten, frischen Tee fragt, wird auf jeden Fall auch den „Siegfried Matlok’s sommertrøst“ vorgestellt und empfohlen bekommen. Dieser Tee nämlich ist neu im Sortiment des Teehandels und nach langem Anlauf mit Sorgfalt zusammengestellt und ausgewählt worden. Dass er am Ende den Namen Siegfried Matlok, ehem. Chefredakteur der Tageszeitung Der Nordschleswiger, bekommen hat, war zunächst eher einem Zufall geschuldet.

„Wir hatten den Wunsch, unser Sortiment um einen Sommertee zu erweitern und hatten in diesem Zusammenhang zu unseren Importeuren Kontakt aufgenommen“, erzählt Teehändler Jacob Carstensen. Den klassischen  Früchtetee, der u. a. in Deutschland sehr beliebt ist, habe man von Anfang an ausgeschlossen. Jacob Carstensen schwebte etwas anderes vor. Vielmehr solle er eine nordische Note haben.

„Ein Sommertee mit Gurke, aber nicht als schwarzer Tee, wie es die erste Mischung vorsah, sondern mit grünem Tee und mit Orange verfeinert“, erklärt der Teehändler.

Gurke verbinde man mit Sommer, mit Gurkenzeit, mit Sommerloch, mit Journalismus und ein Name für den Tee aus der Welt des Journalismus lag auf der Hand. „Wir hatten an Reuters gedacht, oder an Cavling (Henrik Cavling, 1858-1933, dän. Journalist, Red.). Aber bei diesen Namen fehlte es uns einfach an Kante und Durchschlagskraft“, so Jacob Carstensen, der sich ans Grübeln machte.

„Als ich dann eines Tages die Straße hochging, traf ich zufällig Matlok und da war die Sache klar. Der Tee sollte natürlich nach ihm benannt werden, weil er so viel für die Grenzregion und die deutsche Minderheit getan hat“, erläutert Carstensen. Die Wahl hätte natürlich auch auf eine andere Person aus dem Landesteil fallen können. „Aber bei Matlok steckt mehr Gewichtigkeit drin und es herrscht Respekt um seinen Namen. Auf diese Weise eignet er sich gut für unseren neuen Tee, den wir viele, viele Jahre in unserem Sortiment haben werden und der deshalb mit einem Namen versehen werden sollte, der auf Dauer haltbar ist“, fügt Jacob Carstensen hinzu. Und so habe man den neuen Sommertee „Siegfried Matlok’s sommertrøst“ einem der „vornehmsten Botschafter Schleswigs, dem ehem. Chefredakteur Siegfried Matlok gewidmet“, wie auf der Rückseite der Teepackung zu lesen ist.

„Ich war zuerst – wieder einmal –, ziemlich sprachlos, aber dann kamen Freude und Stolz bei mir auf über diese besondere Anerkennung durch einen angesehenen Dänen aus Apenrade“, freut sich Matlok über die Tee-Benennung, die er als Auszeichnung für sich, die die Zeitung und die deutsche Minderheit sieht. „Vor wenigen Jahren noch undenkbar. Nach 1945 hätten manche uns lieber Gift in den Tee gegossen. Jetzt ist die ’große Verbrüderung’ schon in den deutsch-dänischen Teetassen“, so Matlok augenzwinkernd.

Selbst sei er kein Teetrinker, wohl aber seine Frau und Tochter, die dem Tee gute Noten gegeben haben. Angesichts der Tatsache aber, dass Carstensens Teehandel nun Matlok auf Lebzeiten gratis mit dem Tee beliefen will, „werde ich wohl auch Teetrinker“, so Matlok. Von Leuten sei er bereits positiv auf den Tee angesprochen worden. „Sie sagen mir sehr freundlich, dass sie nun – nicht mehr – beim Namen Matlok einen faden Geschmack im Mund haben“, scherzt er. Dass er aber jetzt als Mischung aus Gurke und Orange gut ankomme, hätte er sich nie erträumt. „Eigentlich ja eine Steilvorlage für den Rummelpot und die Heimatbühne.“ can

Carstensens neuer Sommertee „Siegfried Matlok’s sommertrøst Nr. 342“: frisch, leicht, rund – und ganz ohne bitteren Nachgeschmack. Erhältlich bei „Carstensens Tehandel“ in Apenrade und in vielen weiteren Fachgeschäften im ganzen Lande.


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