Schule

Das Schulsystem in Dänemark

25.05.2009 | 15:59 |

Flensborg Avis

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Dänemark keine Schulpflicht, sondern eine Unterrichtspflicht. Was das bedeutet, lesen Sie hier.

In Dänemark müssen alle Kinder neun Jahre lang unterrichtet werden, und zwar von dem Jahr an, in dem sie sieben Jahre alt werden. Des Weiteren gibt es eine freiwillige Vorschulklasse für Kinder im Alter von sechs Jahren sowie ein freiwilliges zehntes Schuljahr. 87 Prozent der dänischen Kinder besuchen die Volksschule, die nichts kostet. Zwölf Prozent gehen auf Privatschulen, für welche die Eltern teilweise monatlich oder jährlich bezahlen müssen. Lediglich ein Prozent aller Kinder wird zu Hause unterrichtet.

Volksschule (Folkeskole)

Die dänische Folkeskole umfasst den Unterricht für Kinder zwischen sechs und 16 Jahren. Alle Lehrer an der Folkeskole haben eine vierjährige Lehrerausbildung hinter sich und sind dafür ausgebildet, von der 1. bis zur 10. Klasse zu unterrichten. Die Folkeskole ist eine ungeteilte Schule. Laut dem Folkeskole-Gesetz ist die Schule dazu verpflichtet, den Kindern sowohl fachspezifisches Wissen zu vermitteln als diese auch zu Bürgern einer demokratischen Gesellschaft heranzuziehen. Zudem soll die Schule den Kindern auch vermitteln, manche Dinge durchaus kritisch zu betrachten und zu hinterfragen.
Das Pensum an der Folkeskole besteht aus einem Teil Pflichtfächer, in den höheren Klassen kommen später Wahlfächer hinzu. Zu den Fächern, die belegt werden müssen, gehört Dänisch (in jeder Klassenstufe), Englisch (4.-9. Klasse), Deutsch oder Französisch (7.-9. Klasse), Religion (in jeder Klassenstufe), Geschichte (3.-8. Klasse), Gesellschaftskunde (9.), Sport (in jeder Klassenstufe), Musik (1-6. Klasse), Kunst (1.-5. Klasse), Werken und Hauswirtschaft (zwischen der 4. und 7. Klasse), Mathematik (in jeder Klassenstufe), Natur/Technik (1.-6.), Erdkunde und Biologie (7. und 8.), Physik und Chemie (7.-9).

Darüber hinaus müssen folgende Themen behandelt werden: Wirtschaftslehre, Gesundheits-und Sexualkundeunterricht, Familienkunde, Ausbildungs-, Erwerbs- und Arbeitsmarktorientierung. IT und internationale Aspekte sollten in allen Fächern mit einbezogen werden.

Von der 8. bis 10. Klasse wird zusätzlich eine Reihe Wahlfächer angeboten, hierunter unter anderem Informationstechnologie, Medien, Kunst, Filmwissenschaft, Schauspiel, Motorenlehre, Latein und Spanisch.

Die Folkeskole beenden die Schüler mit einer Abschlussprüfung (nach der 9. oder 10. Klasse) oder der Folkeskolens ausgeweiteten Abschlussprüfung (nach der 10. Klasse). Prüfungen/Examen in einer unteren Klassenstufe gibt es nicht.

Privatschulen

Privatschulen in Dänemark haben eine fast 200-jährige Tradition. Diese Schulen bieten einen Unterricht an, der sich an dem der Folkeskole orientiert. Allerdings bewegt er sich in freierem Rahmen, was die Durchführung betrifft. Der Unterricht basiert auf unterschiedlichen philosophischen und ideologischen Grundprinzipen. Dies können beispielsweise akademisch orientierte Schulen, Rudolf-Steiner-Schulen oder Schulen der deutschen Minderheit sein. Privatschulen sind selbststeuernde Einrichtungen, können jedoch, wenn sie sich ans Unterrichtsministerium wenden, auch staatlich bezuschusst werden. Dieser Zuschuss beträgt maximal 85 Prozent der Ausgaben der jeweiligen Schule. Der restliche Betrag wird durch Beiträge der Eltern finanziert.

Nachschulen (Efterskoler)

Die Nachschulen sind Kostschulen für Schüler zwischen der 8.-10. Klasse. Neben dem Unterricht und Prüfungen in den Pflichtfächern der Folkeskole bieten die Nachschulen Aktivitäten wie beispielsweise Sport, Musik, Kunst und Handwerk an. Immer mehr Schüler besuchen die Nachschule für ein Jahr.


Seite drucken